Rezension – Vielleicht passiert ein Wunder – Sara Barnard

Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, das mich sehr berührt hat. Ein stummes Mädchen trifft auf einen tauben Jungen und sie verlieben sich…


kalppentextSteffi spricht nicht.
Rhys kann nicht hören.
Doch die beiden verstehen einander auch ohne Worte.

Steffi ist so lange still gewesen, dass sie das Gefühl hat, unsichtbar zu sein. Doch dann kommt Rhys an ihre Schule. Er ist gehörlos und schert sich nicht darum, ob jemand redet oder nicht. Steffi und Rhys finden eine ganz besondere Art, miteinander zu kommunizieren. Schnell brauchen sie nicht mehr als einen Blick, um zu wissen, was der jeweils andere gerade fühlt. Durch Rhys lernt Steffi, dass ihre Stimme etwas wert ist, dass sie gehört werden will, Rhys gibt ihr den Mut, wieder zu sprechen. Und dann passiert … ein Wunder.


meinemeinungIch weiß gar nicht mehr, warum ich dieses Buch lesen wollte. Irgendwie hat mich die Geschichte angesprochen und ich dachte, es könnte ein süßes Buch werden. Ich hatte wirklich nicht erwartet, dass es mich so sehr begeistern würde. Die Geschichte wirkt zunächst wie eine der bekannten Highschool- Liebesgeschichten. Mädchen und Junge verlieben sich, es gibt paar Probleme und dann kommen sie zusammen. Dieses Buch bietet aber so viel mehr!

Besonders gut hat mir die Umsetzung von Steffis psychischer Krankheit gefallen. Sie leidet unter Angststörungen und selektiven Mutismus und kann nicht in der Öffentlichkeit sprechen, was natürlich zu Problemen führt.
Steffi hat so viele wahre Worte gesagt und gedacht, denen ich in gewisser Hinsicht auch immer zustimmen konnte. Denn psychische Störungen werden leider nicht immer ernst genommen. Auch wenn man ihre Störung nicht hat, konnte man sie verstehen und überdenkt vielleicht seine Ansichten. Es werden nicht nur Steffis Ängste aufgezeigt, sondern auch was diese für ihre Eltern bedeuten und wie sie damit umgehen. Auch gibt es Kapitel, in denen Steffis zu ihrer Therapie geht und bestimmte Aufgaben erledigen und so sich überwinden muss, etwas zu tun, das ihr schwer fällt. Man erlebt also wirklich den Alltag von ihr und kann sich so leichter in sie hineinversetzen. Sie wirkte auf mich sehr authentisch und ich mochte sie als Charakter sehr.

Aber auch Rhys‘ Alltag bekommt man mit. Man erfährt, was für Auswirkungen es für einen hat, taub zu sein, ob jetzt auf negative oder positive Art. Er unterhält sich mit Steffi in Gerbärdensprache. Im Buch wurde dies dann fett gedruckt. Rhys kommt aber  gut mit seiner Behinderung zurecht und er ist eine große Stütze für Steffi. Und doch braucht er auch sie an seiner Seite.

Steffi und Rhys haben mich so oft zum Lächeln gebracht, denn sie beide sind einfach so süß zusammen! Ihre Freundschaft entwickelt sich Schritt für Schritt zu den großen Gefühlen. Es gab so viele Momente, an denen ich glücklich geseufzt habe, weil sie wieder so niedlich waren. Es ist die erste große Liebe mit allem was dazu gehört. Sie beide entwickeln sich weiter und besonders Steffi machte immer größere Fortschritte und ich war so glücklich, sie dabei begleiten zu können.

Das Buch kommt ohne allzu großer Dramatik aus. Es ist eher eine ruhige, aber tiefgründige Geschichte. So wie die beiden Charaktere. Gegen Ende hin wird es spannender, aber ansonsten ist es meiner Meinung nach eher eine warmherzige und ruhige Liebesgeschichte, die aber durch die Thematik von Steffis Störung und Rhys Behinderung so besonders ist. Und das hat dieses Buch für mich so großartig gemacht. Ich fand es schön zu lesen, wie sich die beiden Charaktere gefunden und lieben gelernt haben und wie sie miteinander kommuniziert haben. Denn es bedarf nicht immer vieler Worte.

„Er muss mir nicht sagen, dass ich schön oder besonders oder erwünscht bin. Das kann ich seiner Berührung entnehmen.“ 146

Einige der Kapitel sind in Chatform gehalten, da sich Stefanie und Rhys oft per Handy unterhalten. Dadurch ist das Buch auch eher eine schnelle Lektüre. Auch der Schreibstil ist eher einfach gehalten. Dennoch finde ich ihn sehr schön, besonders die Gedanken von Steffi in Bezug auf ihre Störung waren sehr gut nachzuvollziehen und man konnte mit ihr mitfühlen und sie in gewisser Hinsicht auch verstehen. Ich konnte es auf jeden Fall.

Das Buch handelt aber nicht nur von Liebe, sondern auch von Freundschaft. Steffi hat eine beste Freundin, Tem, und sie ist so wundervoll! Es ist eine tiefe Freundschaft, die durch dick und dünn geht, Höhen und Tiefen hat, aber die beiden sind immer füreinander da und das war so schön zu lesen.

Schön fand ich auch, dass am Ende mancher Kapitel, ich nenne es mal Extras zu finden waren. Dort wurden zum Beispiel Gebärden erklärt oder Stefanie hat Gründe aufgezählt, warum es toll ist, einen Freund zu haben.


fazitVielleicht passiert ein Wunder ist  nicht nur eine Liebesgeschichte. Dieses Buch spricht wichtige Themen wie Angststörungen und Behinderungen an. Mir hat die Umsetzung von Steffis Ängsten und besonders ihrer Entwicklung sehr gut gefallen. Das Buch ist sehr emotional, hat eine tolle Botschaft und ich habe es sehr gerne gelesen!


Allgemeine Infos

Titel: Vielleicht passiert ein Wunder
Autorin: Sara Barnard
Verlag: Sauerländer
Übersetzerin: Ilse Layer
Seitenanzahl: 416

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