Rezension – Tausend kleine Lügen – Liane Moriarty

Tausend kleine Lügen wurde erst als Serie verfilmt, ich wollte aber zunächst noch das Buch lesen und habe eine andere Geschichte als erwartet vorgefunden, die mich aber trotzdem gut unterhalten konnte.


leserlichkeitJane flieht vor ihrer Vergangenheit. Seit der Geburt ihres Sohnes vor fünf Jahren hat sie es nirgendwo länger ausgehalten. Nun ist sie im idyllischen australischen Küstenstädtchen Pirriwee gestrandet und scheint endlich angekommen zu sein. Schnell schließt sie Freundschaft mit der lebhaften Madeline und der schönen Celeste. Doch plötzlich geraten die drei Frauen in den Strudel von dunklen Geheimnissen, Lügen und Intrigen. Als bei einem Elternschulfest ein Mann tödlich verunglückt, bezweifeln einige, dass es ein Unfall war …

Quelle: Bastei Lübbe


meinemeinung

Hier eine eingeklappte Triggerwarnung, die spoilern könnte.

Mobbing, häusliche Gewalt, Vergewaltigung

Ich muss zugeben, dass ich das Buch so gar nicht auf dem Schirm hatte, obwohl es schon  vor einem Jahr erschienen ist. Bevor mir das Buch in einer Mail angeboten wurde, hatte ich auch noch nie davon gehört. Auch von der Serie zum Buch wusste ich nichts. Da ich den Inhalt interessant fand, habe ich das Buch dann doch mal angelesen.

Ich muss sagen, dass mich das Buch etwas an die Serie Desperate Housewives erinnert hat (da habe ich aber nur eine Staffel angeschaut). Ein mysteriöser Tod, einige Hausfrauen, Intrigen und Lügen.
Tausend kleine Lügen spielt zum Großteil vor einem Mord und es wird Stück für Stück deutlicher, wie es zu diesem kam. Als Leser weiß man weder, wer ermordet wurde noch wer den Mord beging, nur dass einer stattfand, was ich ziemlich spannend finde. Ich dachte, dass der Mord das Hauptthema des Buchs sein wird, dem war aber nicht so. Der Mord nimmt wirklich nur einen ganz kleinen Part ein, das Buch ist viel eher eine Geschichte über das Leben und seine Schattenseiten, aber auch die guten wie Freundschaft und Liebe.

Besonders gefallen haben mir die sehr kurzen Zeugenaussagen zwischen den Kapiteln, die ziemlich lustig zu lesen sind und die Geschichte auflockern. Auch die Kapitel brachten mich durch witzige und ironische Aussagen der Charaktere oft zum Grinsen. Dabei werden einige Klischees herangezogen, von Hausfrauen in den Vorstädten, die sich immer von der besten Seite zeigen, ihre Kinder konkurrieren lassen, übereinander lästern und das Aussehen spielt eine wichtige Rolle bei ihnen. Das hat mich aber nicht wirklich gestört, da ich die Umsetzung doch interessant fand.

Denn trotz den oft lustigen und klischeebehafteten Stellen, behandelt die Geschichte im Gegensatz dazu auch sehr ernste Themen. Stück für Stück wird beim Lesen klar, dass das besonders schön wirkende Leben der Charaktere nur Fassade ist. Alle haben eine schwierige Vergangenheit und machen auch jetzt schwere Zeiten durch. Bei einzelnen Stellen musste ich auch schwer schlucken, da mir die Charaktere wirklich sympathisch sind und mir das Geschehen sehr nahe ging. Auch alltägliche Probleme, wie Eheprobleme, das Altern, Erziehungsfragen, Expartner, Trauer und Ängste kommen im Buch vor. Das Einbinden dieser Themen empfand ich als sehr gelungen, ich konnte mit den Charakteren mitfühlen, ihr Handeln verstehen und hätte sie so oft am liebsten in den Arm genommen.

Und diese Geheimnisse nimmt die Geschichte erst richtig ihren Lauf. Viele lügen, erzählen nicht mal ihren Freundinnen die ganze Wahrheit und versuchen, die glückliche Fassade zu wahren und niemanden dahinter blicken zu lassen. Dadurch kommt es zu einer Kette von Ereignissen, die niemand mehr stoppen kann. Und diese Geheimnisse sind das fesselnde, man möchte mehr darüber wissen und vielleicht sogar mit den Müttern mitplaudern. Denn das tun sie: sie verdrehen Ereignisse, fangen an zu tratschen, Unschuldige werden bei ihnen zu Schuldigen und das ohne richtige Beweise. Es ist spannend zu lesen, wie eins zum anderen kommt und welche Geheimnisse noch ans Licht kommen werden. Wenn dies passierte, wurde ich auch oft überrascht und hatte mit einigen Wendungen nicht gerechnet.

Ich mochte die Charaktere sehr. Madeleine, Celeste und Jane sind sehr unterschiedlich, aber dennoch sind sie sehr gute Freundinnen. Mir hat es sehr gut gefallen, zu lesen, wie sie sich kennen und mögen gelernt haben. Auch wenn sie sich nicht allzu lange kennen, stehen sie füreinander ein. Jane und Celeste sind introvertierter als Madeleine, die aufbrausender ist. Dadurch gleichen sie sich sozusagen aus. Trotz ihrer Schwächen sind sie alle ganz besondere mutige und starke Frauen, die versuchen ihr Leben zu meistern und alles richtig zu machen.

Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht der drei Frauen geschrieben und dadurch bekommt man beim Lesen einen Einblick in ihre Leben, das nicht immer rosig und glücklich verläuft. Durch die verschiedenen Sichten gibt es im Buch auch mehrere Handlungsstränge, die erst zum Ende hin zusammengeführt werden. Trotz der vielen Handlungen und Themen fand ich das Buch nicht zu überladen. Ihnen wurde jeweils genug Raum gegeben und ich kam beim Lesen nicht durcheinander.


fazitTausend kleine Lügen war anders als ich erwartet hatte, hat mich dann aber doch sehr gefesselt. Spannend, lustig aber auch voller ernster Themen konnte mich das Buch überzeugen.


Allgemeine Infos

Titel: Tausend kleine Lügen
Autorin: Liane Moriarty
Verlag: Bastei Lübbe
Übersetzerin: Sylvia Strasser
Seitenanzahl: 495 Seiten

Ich danke dem Bastei Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Ein Kommentar zu „Rezension – Tausend kleine Lügen – Liane Moriarty

  1. Hallo Charline,
    das Buch hört sich super an! Mir haben bislang weder Buchtitel noch Serie etwas gesagt. Vieles, was du beschrieben hast, habe ich letztens mit ,,Mudbound. Tränen des Mississippi“ erlebt. Hier hatte ich auch eher eine seichte Geschichte erwartet – wie das Cover täuschen kann – und fand mich inmitten eines Strudels an Problemen der Protagonisten wieder. Auf jeden Fall eine Empfehlung. Dein Tipp wandert auch auf die Wunschliste.
    Viele Grüße
    Jana

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