Rezension – Das dunkle Herz – Lukas Hainer

Ein Kampf ums Überleben? Ein geheimnisvoller Ort? Ein furchtbares Geheimnis? Das klingt doch nach einem tollen Buch! Lest mehr in meiner Rezension.


kalppentextWährend einer Gedenkfeier für ihren verschwundenen Bruder wird Anna schwarz vor Augen, und sie erwacht am Rande einer verlassenen Wüstenstadt. Als alle Versuche scheitern, Kontakt zu ihren Eltern aufzunehmen, sucht sie in der Stadt nach Antworten und stößt auf weitere Ankömmlinge, unter ihnen der junge Nick. Bald entbrennt ein Kampf ums Überleben, sowohl mit ihrer unwirtlichen Umgebung als auch unter den Gestrandeten selbst. Während die Spannungen eskalieren und es sogar zu Toten kommt, findet Anna plötzlich Hinweise auf ihren Bruder – ist es möglich, dass er noch lebt? Als sie der Spur folgen, stoßen Nick und sie auf ein furchtbares Geheimnis, das dieser Ort und seine Bewohner hüten: das dunkle Herz. Und plötzlich geht es um weit mehr als nur um ihr eigenes Schicksal.


meinemeinungIch habe mich sehr auf Das dunkle Herz gefreut, da es nach einer spannenden Geschichte klingt und das Cover einfach großartig ist. Die Geschichte beginnt in der normalen Welt, wo Anna bei der Gedenkfeier ihres Bruders plötzlich zusammenbricht und in einer fremden Welt auftaucht. Das ist eine tolle Grundidee für eine spannende Geschichte, doch leider kam dann kein wirklicher Schwung in die Geschichte.

Anna trifft einige Menschen in der geheimnisvollen Wüste, die alle aus anderen Ländern stammen und sich somit auf Englisch unterhalten müssen. Dadurch konnte Anna mit einigen gar nicht sprechen, da diese kein Englisch konnten und mit anderen mehr. Dass die Menschen sich in einer anderen Sprache unterhalten müssen, wird nur selten erwähnt und so vergisst man das ganz schnell wieder. Manchmal habe ich mich aber gefragt, wie sie bestimmte Begriffe kannten, besonders die Kinder.

 

Die Kinder spielen auch eine wichtige Rolle im Buch, auf die ich nicht näher eingehen möchte. Doch ich muss sagen, dass mir ihre Rolle etwas unglaubwürdig vorkam. Da wachen Kinder zwischen 5 und 12 Jahren plötzlich in einer anderen Welt auf und keiner von ihnen hat Angst? Niemand weint nach seiner Mutter, niemand möchte heim und ihnen gefällt es wohl auch noch ganz gut. Obendrein sind sie Überlebenskünstler, wo sie das gelernt haben, frage ich mich auch. Vielleicht erfährt man in den anderen Bänden noch mehr darüber, wieso die Kinder ausgewählt wurden und wieso sie keine Angst haben. In diesem Buch wirken ihre Handlungen aber unglaubhaft.
Die Charaktere an sich waren sehr oberflächlich beschrieben, ich konnte zu niemanden eine Beziehung aufbauen und werde sie wahrscheinlich alle sehr schnell wieder vergessen haben.

Was mich am meisten gestört hat, war aber der Spannungsaufbau. Denn von Spannung ist in diesem Buch nichts zu spüren. Die Geschichte plätschert so vor sich hin, eine langweilige Szene trifft auf die nächste. Natürlich gibt es ein paar Wendungen, aber trotzdem fehlte mir dieser Überraschungseffekt. Ich hatte nicht den Drang, das Buch zu beenden, um zu wissen, was als nächstes passiert. Auch der Überlebenskampf konnte mich nicht überzeugen. Die Menschen mussten irgendwie überleben, es gab nur wenig Nahrung und Wasser. Aber da besonders Anna tagelang ohne Wasser und Essen auskam und trotzdem umherwandern und rennen konnte, brauchte ich mir da auch keine Sorgen machen. Sogar als ihr mal Essen angeboten wurde, hat sie abgelehnt. WHAT? Natürlich muss hier nicht alles total realistisch sein, aber wenn es schon um einen Überlebenskampf geht, hätte ich mir da mehr Überlebenswillen gewünscht. Das hätte die Geschichte dann auch etwas spannender gemacht.

Und weiter: Anna und die anderen wachen plötzlich in einem fremden Land auf und niemand versucht wirklich herauszufinden, WIESO. Es ist halt so und keiner (außer einer alten Dame) hat wirklich Angst. Alle nehmen es einfach so hin. Dem Geheimnis will irgendwie niemand auf die Spur gehen. Anna findet Hinweise auf ihren verschwundenen Bruder und das zerrt mehr an ihren Nerven. Ja, das ist auch wichtig. Aber auch niemanden von den anderen Menschen dort schein es zu interessieren, was los ist. Statt sich nämlich zusammen zu tun, herrscht dort so eine Art Krieg zwischen zwei Gruppen und dieser Konflikt scheint allen wichtiger zu sein. Natürlich werden Menschen in so einer Situation egoistisch, aber trotzdem möchte man wohl wissen, was los ist.

Wer sich auf Fantasyelemente freut, den muss ich enttäuschen. Ein paar gibt es, ja, aber meistens geht es wirklich nur um die Machtkämpfe der Menschen untereinander. Das hätte ich auch spannend gefunden, wären sie anders aufgebaut gewesen. Aber leider war dem nicht so und sie waren eher unrealistisch gestaltet.

Am Ende des Buches stellen sich mir noch mehr Fragen als am Anfang. Ich muss auch gestehen, dass ich das Ende nicht verstanden habe. Was das dunkle Herz ist, weiß ich immer noch nicht. Es hätten mehr Geheimnisse gelüftet werden sollen, so nun sitzt der Leser am Ende des Buches genauso ahnungslos da, wie zu Beginn.

Meine Rezension klingt sehr negativ, trotz der spannenden Grundidee habe ich das Buch beendet, aber ich hatte mir einfach mehr erhofft. Das Ende lässt erahnen, dass es einen weiteren Teil geben wird, den ich wohl nicht lesen werde. Schade.


fazitDas dunkle Herz geht mit einer Geschichte einher, die großes Potential hat, das nicht ausgeschöpft wurde. Ich habe einen spannenden Überlebenskampf erwartet, wurde aber leider enttäuscht.


Allgemeine Angaben

Autor: Lukais Hainer
Titel: Das dunkle Herz
Verlag: ivi
Seitenanzahl: 384

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4 Kommentare zu „Rezension – Das dunkle Herz – Lukas Hainer

  1. Liebe Charline,

    Ich habe das Buch vor kurzem auch beendet.
    Schade, dass es dich so gar nicht fesseln konnte! Ich kann deine Kritikpunkte sehr gut nachvollziehen, habe sie aber selbst beim Lesen zum Glück nicht so stark empfunden.
    Danke für die ehrliche Rezension!

    Liebste Grüße ❤ Jill

  2. Liebe Charline,Ich finde es toll,das Du auch ehrlich bist, wenn Dir ein Buch nicht zusagt.Habe ich auch schon erlebt,Ich fand das Buch einfach spannend ,habe es weiter gegeben,und der Leser fand es langweilig und konnte nicht verstehen das ich den Inhalt spannend und toll fand.Aber das ist auch gut so.Bei der Menge Buecher und Schriftsteller heute ist bestimmt fuer jeden Geschmack was dabei.
    Ganz liebe Gruesse OMA

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