Buchgeplauder – Leseverhalten

Mir war mal wieder nach etwas Geplaudere. Und zwar habe ich vor einigen Tagen über das Bloggen und das Lesen nachgedacht.
Meinen Blog sternenbrise gibt es jetzt seit ca. 1 1/2 Jahren.Und seitdem habe ich auch eigentlich nie wirklich eine Pause gemacht. Und ich denke, dass sich mit dem Bloggen mein Leseverhalten verändert hat. Vorwarnung: Der Text ist lange.


Wie genau ich lese, habe ich euch damals mit meinen 7 buchigen W-Fragen erläutert.

Aber betrachten wir mal mein Leseverhalten vor dem Bloggen.

Zu einer Leseratte wurde ich ca. mit 15 Jahren, als ich zum ersten Mal die Harry Potter Bücher gelesen habe. Ich habe gelesen, weil es mir Spaß gemacht hat.
Ab diesem Zeitpunkt bin ich jede Woche in die Bücherei gegangen und habe mir dort Bücher ausgeliehen. Welche Bücher fragt ihr euch? Tja, damals bin ich einfach durch die Gänge geschlendert und habe Bücher in die Hand genommen, deren Cover und Titel mich angesprochen haben. Dann musste mich einfach nur noch der Klappentext überzeugen. Es konnte sein, dass das Buch schon 10 Jahre alt war, das war mir auch egal. Ich bin mit dem Ziel in die Bücherei gegangen, mir einen Thriller auszuleihen. Mehr nicht.
Ich bin also nicht nach Trends gegangen, sondern einfach nach meinem Gefühl. Die Bestsellerlisten kannte ich nicht. Die bekannten Autoren waren mir nicht geläufig. Nach dem Lesen habe ich auch nicht den Autoren gegoogelt, um zu schauen, ob er noch weitere Bücher geschrieben hat.
In einer Buchhandlung war ich selten, da ich dann doch eher der Fan von Bibliotheken war. Ich musste die Bücher nicht besitzen. Wenn ich dann doch mal in der Buchhandlung war, dann nur, um mir die Harry Potter Bücher zu kaufen. Oder ich habe es wie in der Bibliothek gemacht und mir Bücher gekauft, die mich einfach angesprochen haben.

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Ein paar Jahre später war ich viel auf Twitter unterwegs. Hauptsächlich habe ich mich mit Harry Potter Fans ausgetauscht. Da tauchten dann auch Buchreihen wie Percy Jackson, Tribute von Panem und Die Bestimmung auf. Damals wurde ich doch neugierig und habe auch diese Reihen gelesen. Aber ich hing sehr hinterher. Nachdem ich das Buch beendet habe, habe ich vielleicht kurz darüber nachgedacht und mir dann das nächste Buch geholt.Einen SuB oder eine Wunschliste hatte ich nicht. Es gab keine Bücher, die ich lesen musste. Ich habe mich einfach viel zu wenig mit Büchern beschäftigt. Ich habe sie nur gelesen.

Wie hat sich mein Leseverhalten mit dem Bloggen geändert?

Heute ist es natürlich ganz anders. Heute sagen mir viele Titel etwas. Ich bin ja viel im Internet unterwegs und besuche etliche Bücherblogs. Ich weiß, was gerade gelesen wird und was „im Trend liegt“. Wenn ein Buch Aufmerksamkeit auf sich zieht, dann interessiert es mich und ich hole mir mehr Informationen ein. Und höchstwahrscheinlich möchte ich es dann auch lesen, wenn es mich anspricht.
In die Bücherei gehe ich aber seit über zwei Jahren nicht mehr. Zu einem liegt das daran, dass ich mich in unserer Stadtbücherei nicht wohl fühle. Über Bibliotheken habe ich schon in diesem Beitrag geschrieben. Außerdem muss ich heute meine Bücher besitzen und will sie bei mir haben. Wieso das plötzlich so ist, kann ich nicht genau sagen. Ich denke, es liegt auch daran, dass ich heute mehr mit Büchern zu tun habe. Ich lese sie nicht nur, sondern beschäftige mich mehr damit. Mehr dazu sage ich noch.
Wenn ich ein Buch gelesen habe, möchte ich es in mein Regal stellen und vielleicht irgendwann wieder lesen (was eher nicht vorkommt). Aber es könnte möglich sein. Außerdem liebe ich es, gelesene Bücher wieder in die Hand zu nehmen und nochmals bestimmte Zeilen zu lesen. Und ja, ich liebe wunderschöne Bücherregale in einem Zimmer.

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele. So sehe ich das auch. Ich fühle mich mit Büchern einfach wohl.

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Aber sagen wir mal, ich gehe in eine Buchhandlung. Dann kenne ich auch die meisten Titel. Es fällt mir schwer, dort unvoreingenommen zu sein. Das Problem heute ist meine Wunschliste. Diese hatte ich vor einigen Jahren nicht, da ich mich einfach in der Bücherwelt nicht auskannte und mich nicht informiert habe. Ich habe das gelesen, was mir in die Hand fiel. Heute schaue ich mir ein paar Buchblogs an und meine Liste wächst von Woche zu Woche ins Unermessliche. Wenn ich also in die Buchhandlung gehe, dann weiß ich, was ich mir kaufen möchte. Oder habe wenigstens viele Bücher auf der Liste, zwischen denen ich mich dann entscheide. Dass ich mir ein mir unbekanntes Buch kaufe, kommt sehr sehr selten vor. Darüber habe ich auch schon einmal geschrieben und habe mich gefragt, ob ich es verlernt habe, das Bücherkaufen zu genießen.

Es fehlt also diese Unkenntnis. Nehme ich ein Buch in die Hand, dann weiß ich vielleicht, dass es einem/r BloggerIn nicht gefallen hat. Ein anderes hat nur positive Kritiken bekommen und dann interessiert es mich schon mehr. Natürlich kenne ich nicht alle Bücher. Aber meistens möchte ich nur die Bücher lesen, die viele positive Stimmen bekommen haben. Die Neugierde ist einfach zu groß und die Zeit zum Lesen ist bei mir sowieso gering. Bei mir unbekannten Büchern schaue ich mir meist erst die englischen Kritiken und Bewertungen an. Leider, kann man sagen. Mir entgehen bestimmt einige Schätze.  Aber ich nehme mir lieber Zeit für Bücher, die mich interessieren und die auch gut bewertet sind.
Heute kenne ich meinen Lesegeschmack ziemlich gut und kann anhand der Leseprobe oft schon sagen, ob mir das Buch gefallen wird. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das mich wirklich enttäuscht hat. Natürlich klappt das nicht immer. Außerdem haben einige Blogger einen ähnlichen Geschmack. Wenn ihnen ein Buch gefällt, dann mir meist auch.
Es ist einfach so, dass ich so viele Bücher lesen möchte und ich habe heute auch einen großen SuB. Bücher die mich nur ein wenig interessieren, lese ich dann einfach nicht, da ich noch so viele andere Welten entdecken möchte. Wenn ich schon sehe, dass ein Buch eine 3 von 5 Sternen Bewertung hat, dann lasse ich es meist. Ja klar, vielleicht gefällt es mir, aber dann lese ich doch lieber ein anderes Buch. Es sind ja genug da. Ich selbst finde es schade, dass ich so denke, aber so ist es nunmal. Es gibt genug andere Bücher, die mich neugierig machen und die ich lesen möchte.

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Seitdem ich blogge, lese ich auch anders.
Ich achte viel mehr auf Kleinigkeiten, was früher nicht so war. Ich denke, ich bin kritischer geworden. Ich lese auch viel mehr als früher und mich kann nicht mehr jedes Buch überzeugen. Bücher vergleiche ich öfter miteinander. Natürlich kann man Bücher nicht wirklich miteinander vergleichen, aber in gewisser Weise schon. Denn es fällt auf, dass viele Geschichten gleich gestrickt sind, siehe Dreiecksbeziehungen, naive Frau und der Bad Boy etc. Das nervt mich und deswegen lese ich so etwas schon gar nicht mehr. Ich bin einfach nicht mehr der Fan von Klischees. Früher hat mich das nicht so gestört oder mir ist es einfach nicht aufgefallen.
Seitdem ich blogge, lese ich auch anders, da ich danach eine Buchbesprechung schreibe. Ich achte also mehr auf Kleinigkeiten, damit ich sie danach diskutieren und besprechen kann. Außerdem mache ich mir oft Notizen.
Natürlich lese ich auch noch immer, um zu entspannen und mich zu unterhalten. Aber kritischer. Heute tausche ich mich auch mit anderen Menschen aus und rede über das gelesene Buch. Ich hole mir andere Meinungen ein. Das habe ich früher nie gemacht. Heute lese ich gewissermaßen nicht nur für mich, sondern auch für andere Menschen. Ich möchte ihnen berichten, was ich von jenem Buch halte. Während dem Lesen mache ich mir schon Gedanken über die Rezension. Da ich anderen meine Meinung mitteilen möchte, lese ich genauer.

Das nimmt mir aber keinesfalls den Spaß am Lesen. Ich liebe das Bloggen und die ganzen Büchermenschen, die ich dadurch kennen gelernt habe. Mir macht es sehr viel Spaß, Rezensionen zu schreiben und ich setze mich gerne kritisch mit einem Buch auseinander.

Ich lese nur das, worauf ich Lust habe und das mich auch interessiert. Vielleicht klingt dieser Text so, als würde ich nur gehypte Bücher lesen. Dem ist nicht so. Selection etc. werde ich niemals lesen, da es mich gar nicht interessiert. Aber gehypte Bücher, die auch meinen Geschmack treffen, die machen mich sehr neugierig und sie kommen auch auf meine Wunschliste. Ich lese aber auch Bücher, die nicht ganz so bekannt sind, da sie mich neugierig gemacht haben. Aber ich mache es nicht mehr ganz so spontan wie früher, da ich mir dann doch Bewertungen anschaue.


Habt ihr eine Veränderung an eurem Leseverhalten bemerkt?

charline

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13 Kommentare zu „Buchgeplauder – Leseverhalten

  1. Mein Leseverhalten hatte sich dahin gehend geändert, dass ich mehr Krimis gelesen haben, vor allem aktuelle. 1.) Bekommt man über die Buchblogs eine Menge Neuerscheinungen mit, und 2.) wollte ich, dass das Blog einen aktuellen Eindruck macht und Clicks generiert, die wiederum wegen der Rezi-Exemplare wichtig sind.

    Das mache ich nicht mehr, wenn ich nun einen aktuellen Krimi / Thriller lese, dann nur noch, weil er oder der Autor mich wirklich interessiert. Bei mir verschiebt es sich immer mehr Richtung Klassiker und Sachbücher. Der Witz ist: Das kommt bei den Lesern viel besser an als die Krimis, jedenfalls, wenn ich die Likes als Grundlage nehme.

    Ansonsten kann ich Vieles bestätigen, ich lese aufmerksamer und versuche mir zu merken, auf was ich bei einer Rezension speziell eingehen möchte.

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  2. Das geht wahrscheinlich den meisten Buchbloggern so ;). Seit ich meinen Blog habe, beschäftige ich mich auch viel mehr mit den Büchern, die ich lese. Ich bin kritischer geworden und achte auf mehr Details und – was ich eigentlich ganz gut finde – ich wähle besser aus, was ich überhaupt lese.

    Früher habe ich hauptsächlich die Bücher gelesen, die meine Mum schon gelesen hatte und von denen ich dann wusste, dass sie mir gefallen werden. Außerdem habe ich viel von den immer gleichen Autoren gelesen und auch was die Genres anging, war es eher eingeschränkt. So bin ich einfach immer auf Nummer sicher gegangen, damit ich möglichst keine Bücher lese, die mir nicht gefallen.

    Auch heute achte ich noch darauf, möglichst nur die Bücher zu lesen, die mir wahrscheinlich gefallen werden. Meine Lesezeit ist mir – genau wie du es beschrieben hast – zu kostbar für „schlechte“ Bücher. Ich weiß gar nicht, wieso ich nicht schon früher Buchblogs gelesen habe, denn die helfen mir mittlerweile sehr dabei, mich für oder gegen ein Buch zu entscheiden. Irgendwie bin ich erst mit meinem eigenen Blog dazu gekommen, auch andere zu lesen…

    Durch das Bloggen hat sich mein Lesegeschmack auf jeden Fall erweitert. Ich lese immer noch gerne das, was ich auch früher schon gelesen habe, doch mittlerweile habe ich auch viele andere Genres, Themen und Autoren für mich entdeckt. Also würde ich sogar sagen, dass das Bloggen mein Leseverhalten „verbessert“ (weil meinen Horizont erweitert) hat ;). Ups, das ist ein wenig lang geworden…

    Liebe Grüße
    Anka

    Gefällt 2 Personen

    1. Auch ich kann dir zustimmen. Ich lese heute auch mehr Genres und auch Sachbücher, an die ich mich früher nie gewagt hätte. Ich bekomme einfach viel mehr mit, was in der Bücherwelt passiert (besonders durch Blogs) und treibe mich nicht mehr nur in der Thrillerecke der Bibliothek rum 😀

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  3. Liebe Charline!

    Ich muss sagen, dass auch ich genauer lese, und gerade wenn ich einen Re-read mache feiere ich die ganzen kleinen Details mega-wahnsinnig. So wie jetzt bei Die Seiten der Welt, das ich gestern wieder angefangen habe(will dann alle drei in einem Rutsch lesen und den dritten Teil endlich lesen), mir kommen wieder so viele Dinge in Erinnerung, die ich schon vergessen habe.

    Übrigens gibt es unsere beiden Blogs unngefähr gleich lange, meiner ging Ende 2015 an’s Netz.

    Heute schaue ich auch viel mehr darauf, dass ich mehr Bücher lese, und sie schneller lese. Nicht beim Lesen selbst, aber dass ich mehr Zeit dem Lesen widme.
    Also ja, es hat mich schon verändert, auch wenn die große Veränderung (noch) ausgeblieben ist.

    Liebe Grüße,
    Valerie

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    1. Hey Valerie,
      oh dann bin ich auf deine Meinung gespannt. Ich mochte ja den dritten Teil der Reihe 🙂
      Stimmt, Re-Reads sind immer sehr spannend! Wenn man älter wird, blickt man vielleicht auch anders auf die Geschichte.
      Ja, das hat mit der Zeit hat sich bei mir auch verändert. Ich lese auch viel mehr als früher.
      Ganz liebe Grüße!

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      1. Vor allem entdeckt man bei Re-reads wieder so viele kleine Details, die einem entfallen sind. So, wie wenn man einen Film nach einer halben Ewigkeit mal wieder anschaut, habe vorgestern als Vorbereitung auf Fantastic Beasts OotP geschaut und mir sind so viele Details ins Auge gesprungen. Nebenbei konnte ich alle paar Minuten was mitreden, auf Englisch:) (Ja, ich bin einfach süchtig danach)

        Liebe Grüße,
        Valerie

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  4. Huhu,

    ja, das kann ich tatsächlich so bestätigen. Als Kind war ich auch oft in Büchereien, heute kann ich mich nicht mal mehr erinnern, wann ich das letzte Mal in einer gewesen bin…vermutlich im Studium und das ist schon ewig und drei Tage her 🙂 In einer Buchhandlung kennt man schon fast jedes Buch, zumindest vom Cover, weil man ja schon alles im Netz gelesen hat und auch mein Leseverhalten hat sich sehr verändert, seit ich meinen eigenen Blog habe.
    Ein bisschen vermisse ich manchmal die Ruhe. Als Kind hatte ich da irgendwie mehr von und es war auch immer sehr schön stundenlang in der Bücherei zu sein, aber heutzutage ist es eben anders. Dafür bekommt man jetzt halt alle Infos immer direkt und aktuell im Internet, das hat auch seine Vorteile.
    Liebe Grüße
    Lagoona

    Gefällt 2 Personen

  5. Sehr schöner Beitrag und schade, dass du nicht mehr in die Bibliothek gehst. Auch wenn ich nachvollziehen kann, dass man gerne die Bücher besitzen möchte, mir geht es ähnlich, aber ich bin trotzdem Stammkundin in meiner alten Bibliothek, in der ich groß geworden bin. In der „neuen“ arbeite ich schon ganz lange. Mein Leseverhalten hat sich durch meinen Blog nicht verändert. Ich habe schon immer viel und gerne gelesen.
    Glg
    Katja

    Gefällt 1 Person

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